Wie steht die Stadt zu Hundespielplätzen?

Offene E-Mail an OB, BM, die Fraktionen und den Teckboten vom 17.02.2026

Einrichtung von Hundespielplätzen in Kirchheim

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Deutschland leben ca. 5 Millionen Hunde. 6,25 % aller Menschen haben statistisch einen Hund. Auf Kirchheim hochgerechnet leben hier etwa 2.500 Hunde. Im Stadtgebiet Kirchheim herrscht Leinenpflicht für alle Hunde. Hundehalter, die in der Innenstadt wohnen, haben kaum eine Chance Ihrem Tier – ohne Regelbruch – wohnortnah artgerechten Freilauf zu ermöglichen. 

Viele Hundebesitzer – das weiß ich aus zahlreichen Gesprächen – wünschen sich, dass die Stadt Flächen für Hundespielplätze zur Verfügung stellt. Diese sollten zwischen 800 und 2000 qm groß (etwa die Größe eines Handballfeldes) und eingezäunt sein. Der Platz sollte idealerweise in verschiedene Spiel-Bereiche eingeteilt sein und Möglichkeiten zum Sitzen und Aufhalten bereitstellen. 

Zahlreiche andere Kommunen gehen hier schon mit gutem Beispiel voran. Insbesondere Österreich ist mir persönlich als sehr vorbildlich aufgefallen. In Wien beispielsweise finden Sie neben fast jedem Kinderspielplatz in der Stadt auch einen Hundespielplatz.

Warum Hundespielplätze? Der Hund ist ein Rudeltier, daher ist es wichtig, dass er Kontakte zu Artgenossen hat. Ohne die ist eine artgerechte Haltung nicht möglich und kann zu Verhaltensstörung bis hin zur Aggressivität beim Hund führen. Ein Hund braucht Bewegung. Rennen und frei laufen sind wichtig, dass das Tier charakterlich ausgeglichen ist. Dies reduziert auch Konfliktpotentiale an anderen Stellen.

Ein Hundespielplatz ist ein Ort der Bewegung und Begegnung für Hund und Halter. Hunde, die sich auf einem eingezäunten Gelände befinden, werden darüber hinaus auch nicht als potentielle Gefährdung von der Nachbarschaft wahrgenommen.

Vielen Stadtbewohnern mit Hund ist es nicht möglich, täglich oder mehrmals in der Woche an den Stadtrand zu fahren, um ihrem Hund den erforderlichen Freilauf zu ermöglichen. Die Mitgliedschaft in einem Hundesportverein ist sicher eine Idee, aber bestenfalls eine Ergänzung – so wie Kinder Spielplätze brauchen, weil einmal die Woche Vereinssport oder Schulsport nicht ausreichend ist.

Eine Stadt wie Kirchheim ist es ), aus meiner Sicht ihren hundehaltenden BürgerInnen, die im Gegensatz zu allen anderen Haustierhaltern auch eine Steuer bezahlen (nach meiner Hochrechnung rund 400.000 Euro p.a. für die Gesamtstadt „schuldig“, solche Hundespielplätze anzubieten – insbesondere nachdem in den vergangenen Jahren die Hundesteuer in mehreren aufeinanderfolgenden Jahren im zweistelligen Prozentbereich angestiegen ist, ohne das sich daraus ein erkennbarer Benefit für die Halter ergeben hätte.

Einrichtung/Kosten/Finanzierung

Ein Hundespielplatz kann mit wenig Aufwand erstellt werden. Der 2019 in Schwäbisch Hall errichtete Platz kostete 12.000 Euro. Bei entsprechender Ansprache von Hundebesitzern kann vieles in Eigenleistung erstellt werden.

Erforderliches Material:

  • Fläche von 1.000 bis 2.000 m² 
  • Maschendrahtumzäunung 2 m hoch mit verschließbarer Tür
  • Ggf. Betonröhren oder andere Spielgeräte
  • Mülleimer und Hundetütenspender
  • Sitzgelegenheiten

Laufender Unterhalt: 

  • Mähen des Grases
  • Leeren der Mülleimer

Finanzierung: 

Bei 2.500 Hunden und rund 160 Euro Hundesteuer jährlich ergeben sich städtische Steuereinnahmen in Höhe von 400.000 Euro. 

Mögliche Orte (Ideensammlung)

KlosterwieseStadtparkSchlossgymnasium/BikeparkSchlossgrabenSaarstr./RC-HofÖtlingen EMS/RübholzSchafhofJesingen Sportplätze oder GemeindehalleHahnweideMilcherbergHegelesbergLindorf Skatepark

Beispiele für Hundespielplätze:

Sehr geehrter Herr Dr. Bader, sehr geehrter Herr Rapp, liebe Gemeinderätinnen und Gemeinderäte, ich bitte Sie, das vorgetragene Anliegen – das von sehr vielen Hundebesitzern, mit denen ich im Kontakt bin, mitgetragen wird – zu prüfen und nach Wegen für eine hunde- und menschenfreundlichere Stadt zu suchen. 

Gerne bin ich für ein vertiefendes Gespräche da und werde das Thema auch ggf. einmal in einer Bürgerfragestunde aufrufen.

Mit herzlichen Grüßen aus der Herdfeldstraße

Thomas Auerbach

Antwort des OB vom .18.02.2026

Sehr geehrter Herr Auerbach,

vielen Dank für Ihre ausführliche E-Mail und die konkreten Vorschläge zur Einrichtung von Hundespielplätzen in Kirchheim unter Teck. Einen solchen Hundespielplatz gibt es bereits auf Gemarkung Kirchheim. Er befindet sich in Nabern. Die Hundewiese wurde gemeinsam von der Ortschaftsverwaltung Nabern und dem Bürgernetz Nabern eingerichtet.  Ich habe Ihnen den Standort und den Link zur Fläche beigefügt.

https://dogorama.app/de-de/auslaufgebiete/73230_Kirchheim_unter_Teck/Nabern_Hundewiese-Iip1jSLO5aEo4KkDiYyI

Sie können sich auf diesem Portal auch verschiedene weitere Hundewiesen in der näheren Umgebung anzeigen lassen.  In der Regel befinden sich Hundewiesen jedoch immer etwas abseits der Wohnbebauung, insb. aufgrund der damit verbundenen Lärmproblematik.

Ein Foto der Hundewiese habe ich Ihnen ebenfalls beigefügt. 

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude mit Ihrem Vierbeiner!

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Pascal Bader

Replike an den OB vom 18.02.2026

Sehr geehrter Herr Dr. Bader,

vielen Dank für Ihre sehr schnelle Antwort. Tatsächlich kenne ich den von Ihnen genannten Platz in Nabern – eine schöne Einrichtung! 

Ich denke, es ist aber nachvollziehbar, dass ein einzelner Platz keine Lösung für die Gesamtstadt mit all ihren Hunden und Haltern ist. So wie allen Kindern der Stadt ein einziger Spielplatz zu wenig wäre. Um eine befriedigende Situation zu erreichen, braucht es mehrere über die Stadt verteilte Angebote, die auch fußläufig in angemessener Entfernung erreichbar sind und keine Anfahrt mit dem Pkw auslösen.

Vielleicht läßt sich das Naberner Modell aber auf andere Stadtteile übertragen? Die Stadt könnte mit entsprechenden Grundstücken und einer materiellen Grundausstattung einen Anschub leisten, die Hundebesitzer oder/und entsprechende Nachbarschaftsnetze könnten die erforderliche Arbeitsleistung erbringen. Es wäre klasse, Ihre Verwaltung würde prüfen, welche Grundstücke für eine entsprechende Nutzung in Frage kämen. Das würde den Ball ins Rollen bringen ….

Herzliche Grüße 

Thomas Auerbach 

Weitere Antwort des OB vom 25.02.2026

Sehr geehrter Herr Auerbach,
vielen Dank für Ihre Rückmeldung.  Sie haben recht: Ein einzelnes Angebot – wie die bestehende Hundewiese in Nabern, die in Zusammenarbeit der Ortschaftsverwaltung und des Bürgernetzes entstanden ist – kann nicht alle Bedarfe einer Gesamtstadt abdecken. Gleichzeitig zeigt dieses Beispiel, dass Lösungen dann gut funktionieren, wenn sie vor Ort mitgetragen, organisiert und dauerhaft gepflegt werden.

Die grundsätzliche Frage, ob die Stadt eine Fläche bereitstellen kann, ist Sicht nicht der entscheidende Engpass. Das Hauptthema ist die verbindliche Organisation – insbesondere wer als Initiative/Arbeitsgemeinschaft dauerhaft Verantwortung übernimmt, wie die Investition in die Einfriedung (Zaun, Zugänge) finanziert und umgesetzt wird, und wie der laufende Betrieb (Pflege der Fläche, Sauberkeit, Leerung von Abfallbehältern, kleinere Instandsetzungen) verlässlich sichergestellt wird.

Gerade vor dem Hintergrund der angespannten kommunalen Finanzlage ist bürgerschaftliches Engagement umso wichtiger, um solche zusätzlichen Angebote, wie das von Ihnen vorgeschlagene, auf Dauer zu realisieren.

Ein positives Beispiel hierfür ist aus meiner Sicht das Kommunale Kino. Hier hat sich aus den interessierten Bürgerinnen und Bürgern ein Verein gegründet, um das Projekt zu konzipieren und zu finanzieren. Die Stadt hat bei der Suche nach Räumlichkeiten unterstützt und stellt diese kostenfrei zur Verfügung.

Damit ein Angebot wie eine Hundewiese/Hundespielplatz stadtweit tragfähig ist, benötigen wir zunächst ein konkretes, belastbares Konzept der Interessierten. Dazu gehören z.B. Benennung einer Ansprechperson bzw. eines Trägers (z. B. Initiative, Verein, Bürgernetz/Quartiersstruktur), ein Konzept zur Finanzierung der Erstausstattung (insbesondere Umzäunung, Bänke), ein Pflege- und Betriebsmodell (Turnus, Verantwortlichkeiten, Regelung bei Ausfällen), sowie eine kurze Darstellung, welche Stadtteile vorrangig betrachtet werden sollen und warum (z. B. fußläufige Erreichbarkeit, Abstand zur Wohnbebauung/Lärmschutz, Konfliktvermeidung).

Sobald diese Punkte durch die interessierten Hundehalterinnen und Hundehalter in eigener Initiative geklärt und gebündelt sind, sind wir gerne bereit, im nächsten Schritt gemeinsam zu prüfen, welche Flächen grundsätzlich in Betracht kommen könnten und unter welchen Rahmenbedingungen (u. a. Lärmschutz, Naturschutz, Verkehrssicherheit, Nutzungskonflikte).

Ich danke Ihnen für Ihren Impuls.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Pascal Bader

Bei allen Nachrichten waren die Fraktionen und der Teckbote in Kopie. Von deren Seite gab es aber leider bis heute keine Reaktion

(Zwischen-)Fazit:

Es gibt also eine kleine Chance, etwas zu bewegen, wenn wir Hundebesitzer es selbst in die Hand nehmen. Dann ist OB Dr. Bader zumindest in der Pflicht, sein Versprechen einzulösen und mögliche Standorte für Hundeplätze zu prüfen.

Der vom OB zitierte Platz in Nabern: https://www.google.com/maps/place/Umzäunter+Auslauf+für+Hunde/@48.626242,9.4566509,1194m/data=!3m1!1e3!4m8!3m7!1s0x479997001368926d:0xc0f8f27eb50e939d!8m2!3d48.6189945!4d9.4939316!9m1!1b1!16s%2Fg%2F11x28vjryk?entry=ttu&g_ep=EgoyMDI2MDIyNC4wIKXMDSoASAFQAw%3D%3D

Quelle: Google-Maps